Zum jüngsten Klimabericht der Weltmeteorologiebehörde WMO und des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus
Von Robert Grünewald *
Die Hitze kommt, und mit ihr zuverlässig wie immer die Krisenrhetorik der Umwelt- und Klimabehörden, neuerdings jetzt der – weniger bekannten – Weltmeteorologieorganisation (WMO) und des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Die beiden Behörden sind eher selten in den Medien präsent, was sie wohl mit dramatisierender Klimarhetorik ändern wollen. Was früher schlicht Sommerhitze hieß, firmiert heute als meteorologischer Ausnahmezustand mit Daueralarm. Man wartet förmlich darauf, wenn ab dem Frühjahr die Temperaturen steigen. Eine sachliche Diagnose statt Panikmache wäre aber angesichts der Ernsthaftigkeit des Klimaproblems dringend vonnöten.
Allerdings wissen auch Klimabehörden: mehr Aufmerksamkeit als die sachliche Diagnose erzielt ihre Dramatisierung. Europa hat sich seit 1980 doppelt so stark erwärmt wie der Rest der Welt, heißt es im Bericht. Aber was heißt doppelt? Natürlich wird es warm, sogar heiß. Es ist schließlich auch die Jahreszeit dafür. Doch aus jeder Hochdrucklage wird ein Vorbote der Apokalypse gezimmert, aus jeder Temperaturabweichung in der Vergangenheit ein Menetekel. Und: für dieses Jahr ist dem Bericht zufolge eine weitere Verschlimmerung der klimatischen Lage in Europa zu befürchten. Das erinnert weniger an nüchterne Wissenschaft als an eine PR-Abteilung, die ihre Existenzberechtigung in Lautstärke und Dezibel misst statt Temperatur und Temperaturgraden. Wer leise spricht, geht schließlich unter im Chor derer, die den Weltuntergang schon für die nächste Woche terminiert haben.
Dabei hätte gerade eine Institution mit wissenschaftlichem Anspruch allen Grund, sich durch Gelassenheit auszuzeichnen: Daten statt Dramatik, Einordnung statt Erregung, Erklärung statt Hysterie – das wäre die eigentlich erwartbare Dienstleistung für die Bürgerinnen und Bürger. Doch offenbar gilt auch hier: Medienresonanz ist die härteste Währung. Und wer sie will, muss liefern. Im Zweifel eben Hitze mit Haltung, die Logik der Medien will es so. So wird aus dem Wetter- und Klimabericht ein moralisches Lehrstück. Der Bürger soll nicht nur wissen, ob er morgen schwitzt, sondern auch, was er dabei zu denken und zu fühlen hat. Betroffenheit ist das neue Barometer. Und irgendwo zwischen 30 Grad und „extrem ungewöhnlich“ verdampft dann das, was man früher einmal Sachlichkeit nannte.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier weniger das Klima verrückt spielt als die politische Kommunikation darüber. Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen – und die Klimabehörde liefert die passende Erzählung dazu: möglichst grell, möglichst dramatisch, möglichst alternativlos. Man könnte fast meinen, die eigentliche Hitze ist erst entstanden mit dem Text der Pressemeldung der beiden Organisationen.
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*) Der Autor ist promovierter Politik- und Kommunikationswissenschaftler und nach langjähriger Tätigkeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung Geschäftsführer der GPK Gesellschaft für Politische Kommunikation in Bonn.

Den Klimawandel kann man nur durch forschungsbasierte Maßnahmen aufhalten.
Ich empfehle z.B. das Wuppertal-Institut.
Ein Rückschritt wie wir ihn aktuell erleben hilft da nicht weiter.
Auch ein Ausstieg aus dem Klima-Abkommen ist ein Zeichen für ein Unverständnis der Situation.
Das offenbaren ja die zunehmenden Folgen wie Artensterben, Erderhitzung, Fluten, Erdrutsche, Schmelzen der Polklappen etc.
Aber anstatt in den Krisen zu verharren sollten Energie- und Umweltpolitik mit der Wirtschaftspolitik gekoppelt werden.
Andere Länder machen uns das bereits vor und verzeichnen langfristige Erfolge.
Es ist wie überall: alles wird skandalisiert und zur Panikmache aufgeblasen.
Man sollte allerdings Ereignisse wie das Ahr-Hochwasser ernst nehmen und die Sickerflächen am Rand der Flüsse wieder herstellen und Hausbesitzer verpflichten, Elementarschädenversichrungen abzuschließen, sonst muss der Steuerzahler dafür aufkommen.